In der Siegfriedwerft standen die Zeichen am Freitag Abend mal wieder auf Sturm: Hafenmusic-time. Gleich zwei Gruppen erzählten mit Liedern und Melodien vom Leben auf dem Meeren der Welt. Als Gäste hatten sich "Ship´n Whales" aus Langesund in Norwegen eingefunden. Mitgebracht wurden die fünf Sänger von der einheimischen Formation "Blind Man´s Buff".(Foto/fognin: Beide Gruppen: Ivar Nefstad, Svend Martens, Roland Tank, Kerstin Lorentzen, Öivind Nevstad, Erik Frotscher, Frank Robert Thomsen, Högne Sköld, Andreas Köpke)
Diese vier Vollblutmusiker sind dem Eckernförder Publikum keine Unbekannten mehr. Viele Auftritte nicht nur auf der hafenmusic Bühne, auch zusammen mit den heimischen Traditionsseglern, sorgten für ein gut gelauntes Stammpublikum. "Sea music" ist ihr Programm. Schnelle und traurige, kritische und herzergreifende Lieder aus dem Arbeitsleben der Matrosen und Fischer brachten Kerstin Lorentzen, Robert Tank, Erik Frotscher und Andreas Köpke zu Gehör. Mit Gesang, Gitarren, Banjo und Trommel entstand ein durchgezeichnetes Bild wie die Arbeits- und Freizeitmusik der Seeleute auf den alten Windjammern wirklich geklungen haben muss. Kerstin Lorentzen setzte dabei mit einer Vielzahl von Flöten den besonderen Akzent. Mal wurden in aberwitziger Geschwindigkeit raffinierte rhythmische Phrasen auf einem winzigen Flötlein geblasen, oder sie erzeugte mit einer großen Flöte melancholisch gefühlvolle Stimmungen, die das Publikum in ihren Bann zogen. Dieses wusste die gekonnt arrangierten Gesänge und die stimmungsvolle Musik mit Begeisterung und viel Applaus zu würdigen. Roland Tank brachte ein Novum in das Programm ein. Gekonnt trug er zwei der frechen Gedichtballaden über Kuddel Daddeldu von seinem Lieblingslyriker Joachim Ringelnatz vor. Erik Frotzscher, der Leadsänger der Formation, war meist als der shantytypische Vorsänger aktiv. Seine Stimme lief besonders bei den irischen und schottischen Liedern zur Hochform auf. Für den guten Klang sorgte Andreas Köpke gleich im doppelten Sinne. Nicht nur, dass er die Gitarren und Banjos meisterlich spielte, als Instrumentenbauer hatte er fast alle Musikinstrumente der Gruppe selbst gebaut.
Im Wechsel mit Blind Man´s Buff traten die Musiker von Ship´n Whales auf. Die Norweger haben sich auf authentische Seemannslieder spezialisiert, die sie nur mit ihren Stimmen gestaltend, a capella vortrugen. Die fünf Männer aus Langesund sind daheim in den unterschiedlichsten Berufen tätig. Der Job auf einer Bohrinsel verhinderte die Teilnahme des sechsten: Per Robert Jöntvedt musste arbeiten. Aber Frank Robert Thomsen, der stimmgewaltige Öivind Nevstadt, Högne Sköld, Ivar Nefstad und der mit 70 Jahren geradezu jugendliche Svend Martens zauberten auch so eine Bombenstimmung in den gut gefüllten Werftsaal.
Die beiden Musikergruppen, die am Ende zusammen in einem furiosen Finale auftraten, lernten sich bei einem Hafenfest 2001 in Lübeck kennen. Gemeinsames musizieren auf dem Eckernförder Traditionssegler Platessa führte schnell zu einer intensiven Freundschaft mit gegenseitigen Besuchen und vielen Auftritten. Im Frühjahr wollen sie diese mit intensiven Proben zu einer gemeinsamen CD in Dänemark vertiefen. Informationen im Internet: www.bmb-seamusic.de und www.shipn-whales.no